Werkzeug
Unternehmensfilm
Der lange Film über euch. Meistens die falsche erste Investition – manchmal genau richtig.
- Zeit bis Ergebnis
- Vom Briefing bis zum fertigen Film vier bis acht Wochen. Wirkung: sofort an dem Ort, an dem er läuft – nicht darüber hinaus.
- Passt zusammen mit
- Recruitingvideo · Reels & Kurzvideo · Karriereseite · Messe-Nachbereitung
- Stand
- · Von Justus Kornath, Kiel
Was ist das?
Ein zwei- bis vierminütiger Film, der zeigt, wer ihr seid: Betrieb, Menschen, Arbeit. Ich habe solche Filme produziert und weiß, wann sie wirken – und wann sie einen fünfstelligen Betrag kosten und auf der Startseite verstauben. Der Unterschied liegt nicht in der Kamera, sondern in der Frage, wer ihn wo sehen soll.
Wirkt selten allein
Ein Problem führt zu mehreren Werkzeugen, ein Werkzeug löst mehrere Probleme. Darum plane ich Kombinationen, keine Einzelmaßnahmen.
Wann sinnvoll
- Ihr habt einen Ort, an dem Leute ihn wirklich sehen: Messestand, Empfang, Bewerbungsgespräch, Verkaufsgespräch.
- Es gibt etwas zu zeigen, das sich nicht in Worten erklären lässt – eine Fertigung, ein Verfahren, ein Gebäude.
- Das Material wird von Anfang an für Clips mitgeplant.
- Ihr wollt Bewerbern in zwei Minuten zeigen, wie es bei euch ist – und habt die Karriereseite dafür.
Wann die falsche Wahl
- Als erste Marketingmaßnahme überhaupt, ohne Website, die trägt.
- Für die Startseite als Hintergrundvideo ohne Ton.
- Wenn niemand bei euch vor der Kamera sprechen will – dann wird es ein Drohnenflug mit Musik.
- Als Ersatz für Reichweite: Ein Film bringt keine Zuschauer, er braucht welche.
Voraussetzungen
- 01Eine Antwort auf: Wer soll ihn wo sehen, und was soll danach passieren?
- 02Zwei bis drei Menschen aus dem Betrieb, die reden – kein Sprecher aus dem Off.
- 03Ein Drehtag, an dem gearbeitet wird, nicht aufgeräumt.
- 04Die Rohaufnahmen gehören euch, schriftlich.
Was danach gemessen wird
- 01Wo läuft er, wie oft wird er gesehen, wie lange? Abbruch nach zehn Sekunden heißt: Anfang falsch.
- 02Reaktionen an dem Ort, für den er gemacht ist: Gespräche am Stand, Fragen im Vorstellungsgespräch.
- 03Wie viele Clips aus dem Material entstanden sind und wie die laufen.
Video
Wann ein Unternehmensfilm Geld wert ist – und wann nicht
Ich habe Imagefilme gedreht, und ich rate oft davon ab. Beides stimmt. Ein Film ist Geld wert, wenn es einen Ort gibt, an dem er gesehen wird: der Messestand, das Bewerbungsgespräch, der Vertrieb beim Kunden. Dann trägt er, weil er in zwei Minuten zeigt, was man nicht erzählen kann. Er ist das Geld nicht wert, wenn er für die Startseite gedreht wird, ohne Ton läuft und niemand darin spricht. Mein Vorgehen: erst der Ort, dann die Menschen, die reden, dann ein Drehtag, aus dem auch zehn kurze Clips kommen. Und die Aufnahmen gehören euch.
So funktioniert es
Unternehmensfilm in vier Schritten – so setze ich es ein.
- 01
Ort und Zweck festlegen
Messe, Karriereseite, Vertrieb? Davon hängen Länge, Ton und Schnitt ab. „Für alles“ heißt für nichts.
- 02
Menschen statt Texte
Drei Fragen an drei Leute aus dem Betrieb. Keine auswendig gelernten Sätze, keine Ansprache der Geschäftsführung vom Blatt.
- 03
Ein Drehtag, alles mitnehmen
Interviews, Arbeit, Details, Hochkant für Social Media. Aus einem Tag kommen der Film und zehn Clips – wenn es geplant ist.
- 04
Schnitt in Fassungen
Der lange Film, sechzig Sekunden für die Website, dreißig Sekunden hochkant, fünfzehn für Anzeigen. Untertitel überall.
Kosten & Aufwand
Was es kostet – und was ihr selbst machen könnt.
- Budget
- Ein Drehtag mit Schnitt in mehreren Fassungen: typisch 3.000 bis 8.000 €. Agenturproduktionen mit Konzept, Team und Drohne beginnen bei 10.000 € und gehen weit darüber. Der Unterschied liegt selten in der Wirkung.
- Zeitaufwand
- Ein Drehtag, zwei bis drei Wochen Schnitt und Abstimmung. Von euch: ein halber Tag Vorbereitung, der Drehtag, eine Abnahme.
- Selbst machen oder machen lassen?
- Mit dem Handy entstehen gute Reels, aber selten ein Film, der am Messestand trägt. Dreh und Schnitt mache ich; die Verteilung der Clips kann im Haus bleiben.
Beispiele
So sieht das in echten Betrieben aus.
Typische Konstellationen aus der Praxis – anonymisiert, keine Kundenreferenzen.
Metallbaubetrieb, Messe
Zwei Minuten, in denen ein Schweißer, eine Konstrukteurin und der Chef je eine Frage beantworten. Läuft am Stand ohne Ton mit Untertiteln – und öffnet Gespräche.
Pflegedienst, Karriereseite
Ein Film mit vier Mitarbeiterinnen für die Karriereseite, aus demselben Dreh sechs Hochkant-Clips für Anzeigen auf Instagram.
Handwerksbetrieb ohne Ort für den Film
Hier rate ich ab. Statt des Films: ein Drehtag nur für Clips und Fotos für die Karriereseite. Günstiger, und es wird gesehen.
Typische Fehler
Was ich bei Unternehmensfilm am häufigsten sehe.
- Drohnenflug, Musik, Logo – und in drei Minuten sagt niemand einen Satz.
- Den Film „für alle Kanäle“ drehen und für keinen schneiden.
- Das Rohmaterial beim Dienstleister lassen.
- Zuerst den Film, dann die Website – er landet auf einer Seite, die ihn nicht trägt.
Häufige Fragen
Was Geschäftsführer mich zu Unternehmensfilm fragen.
Was kostet ein Imagefilm?
Für kleine und mittlere Betriebe meist zwischen 3.000 und 15.000 €, je nach Aufwand. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob es einen Ort gibt, an dem er gesehen wird.
Imagefilm oder Recruitingvideo?
Wenn ihr Bewerber sucht: Recruitingvideo – kürzer, konkreter, mit Menschen. Der Imagefilm ist der große Bruder und lohnt sich, wenn Messe oder Vertrieb ihn brauchen.
Reicht ein Film mit dem Handy?
Für Reels ja. Für einen Film, der am Stand oder im Verkaufsgespräch läuft, meist nicht – Ton und Licht entscheiden.
Wem gehören die Aufnahmen?
Euch. Das steht bei mir im Angebot. Fragt das bei jedem Anbieter vorher.
Begriffe, kurz erklärt
- Rohmaterial
- Alle Aufnahmen vom Dreh, ungeschnitten.
- Fassung
- Eine geschnittene Version für einen Ort: lang, kurz, hochkant.
- O-Ton
- Was Menschen im Film selbst sagen – statt eines Sprechers aus dem Off.
- Untertitel
- Pflicht: Die meisten Videos laufen ohne Ton.
