Problem · Mehr Bewerbungen
„Wir bekommen zu wenig Bewerbungen.“
Einer der häufigsten Sätze in Erstgesprächen. Und fast immer steckt dahinter nicht ein Problem, sondern eines von vier verschiedenen. Welches, entscheidet, was sich lohnt – und was Geld verbrennt.
Mögliche Ursachen
Warum das passiert – vier verschiedene Gründe.
01Die Anzeige wird nicht gesehen
Jobportale erreichen Leute, die aktiv suchen. Die meisten guten Fachkräfte suchen nicht aktiv. Sie wechseln, wenn ihnen etwas Besseres begegnet – auf Instagram, bei YouTube, auf LinkedIn.
02Die Anzeige wird gesehen, überzeugt aber nicht
„Gutes Team, faire Bezahlung, moderne Arbeitsplätze“ steht in jeder zweiten Anzeige. Wer sich abheben will, muss sagen, was bei euch wirklich anders ist.
03Der Check danach geht schief
Interessierte googeln euch. Finden eine Karriereseite von 2017, drei Bewertungen und einen Instagram-Account ohne Menschen. Dann bewerben sie sich woanders.
04Der Bewerbungsweg ist eine Hürde
Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Formular mit zwölf Feldern. Für eine Fachkraft mit drei anderen Angeboten ist das ein Grund, es zu lassen.
Was ich zuerst prüfe
So finde ich heraus, welche Ursache es bei euch ist.
- 01Zahlen der laufenden Anzeige: Aufrufe, Klicks, begonnene und abgeschickte Bewerbungen.
- 02Was findet jemand, der euren Namen googelt? In zehn Minuten getestet.
- 03Drei Gespräche mit Mitarbeitenden: Warum seid ihr hier? Was würdet ihr Freunden sagen?
- 04Den Bewerbungsweg selbst durchspielen – mit dem Handy, in drei Minuten.
Maßnahmen
Was helfen kann – und was eher nicht.
Oft sinnvoll
KarriereseiteFast immer der erste Hebel, weil jeder Kanal hier landet.RecruitingvideoEchte Mitarbeitende, echte Werkstatt, zwei Minuten. Zeigt, was keine Anzeige sagen kann.Social AdsErreicht Leute, die nicht suchen. Mit kleinem Budget testbar.Tracking & AuswertungOhne Zahlen rät man. Einrichtung dauert Tage, nicht Wochen.Kommt drauf an
Google AdsNur, wenn nach der Stelle aktiv gesucht wird. Bei vielen Fachberufen nicht der Fall.Eher nicht zuerst
SEOZu langsam, wenn die Stelle jetzt besetzt werden muss.Kombination
Was oft zusammen funktioniert: Karriereseite als Basis, ein kurzes Video mit Mitarbeitenden, dazu Social Ads mit kleinem Budget. Erst wenn das läuft: Reichweite erhöhen.
Häufige Fehler
Was ich oft sehe – und wovon ich abrate.
- Mehr Geld in dieselbe Anzeige stecken, ohne zu wissen, wo es hakt.
- Ein Imagefilm mit Drohne und Musik – aber ohne eine einzige Person, die etwas sagt.
- Employer Branding als Workshop-Projekt über sechs Monate, während die Stelle offen bleibt.
- Fünf Kanäle gleichzeitig starten und keinen richtig.
Video
Warum eure Stellenanzeige wahrscheinlich nicht das eigentliche Problem ist
Wenn sich auf eine Anzeige niemand bewirbt, wird meistens die Anzeige überarbeitet. Oder teurer geschaltet. Dabei ist die Anzeige nur die Spitze. Ich prüfe vier Dinge, in dieser Reihenfolge: Wird sie überhaupt von den richtigen Leuten gesehen? Sagt sie etwas, das nur ihr sagen könnt? Was findet jemand, der euch danach googelt? Und wie lange dauert die Bewerbung am Handy? Meistens ist es Punkt eins oder drei. Und beides löst keine neue Anzeige.
